Allerheiligen, Allerseelen, Volkstrauertag, Totensonntag – im November gedenken die Menschen besonders der Verstorbenen und auch wir möchten dies an diesem Sonntag tun. Aus diesem Grund findet der heutige Internatsgottesdienst nicht wie sonst in der Loburger Kirche statt, sondern wir gehen gemeinsam zur St. Anna-Kapelle. Gelegen unweit des Schlosses auf dem Lohkirchhof, dient sie heute als Friedhofskapelle und der Familie des Barons von Beverfoerde, dem das Loburger Schloss gehört, als Familienkapelle.

Gebaut wurde die Anna-Kapelle 1732 und vermutlich war Johann Conrad Schlaun ihr Architekt, der zu jener Zeit als Oberbaudirektor in Münster tätig war und der später auch die Pläne ausarbeitete, nach denen ab 1760 das Loburger Schloss von Grund auf neu gebaut wurde. Schloss und damit auch die Kapelle gehörten damals einer Familie von Nagel, die sie jedoch 1785 aus finanziellen Gründen verkaufen mussten. Käufer war der noch minderjährige Friedrich Clemens von Elverfedt genannt Beverfoerde zu Werries, ein Vorfahre des heutigen Barons, der später (1835) ebenso wie seine Frau Wilhelmine von und zu Westerolt-Gysenberg (1852) in der St. Anna-Kapelle begraben wurde. Wilhelmine war übrigens eine  Schülerin Beethovens und hatte so großen Eindruck auf ihren Lehrer gemacht, dass Beethoven ihr 1791, ein Jahr vor ihrer Heirat mit Friedrich Clemens, eine unveröffentlichte Sonate widmete. Die Sonate ging jedoch leider unwiederbringlich verloren, als am Abend des 22. Juli 1899 der Blitz in das Loburger Schloss einschlug und es bis auf die Grundmauern niederbrannte.

Um die Kapelle herum findet sich heute der Privatfriedhof der Familie von Beverfoerde mit aktuell 29 sichtbaren Gräbern.