BUNDESFREIWILLIGENDIENST AUF DER LOBURG

Zeit, Neues zu probieren!

Du willst praktische Kenntnisse und erste Einblicke in die Berufswelt erhalten!? Du arbeitest gerne im Team, bist aufgeschlossen und hilfsbereit und der Umgang mit Kindern und Jugendlichen bereitet dir Freude!? Du möchtest wertvolle Lebenserfahrung sammeln und unserer Arbeit auf der Loburg zusätzliche Inspiration verleihen!? Du möchtest deinen Horizont erweitern und die Möglichkeit nutzen, selbst aktiv zu werden und dabei anderen Menschen zu helfen!? Du hast deine Vollzeitschulpflicht erfüllt und mindestens sechs Monate Zeit, um uns im ganztägigen Dienst zu unterstützen!? Dann komm zu uns auf die Loburg und sei Teil unseres Teams!

Weitere Infos zum Bundesfreiwilligendienst findest du auf: www.bundesfreiwilligendienst.de

WIR SUCHEN DICH!

Wir suchen noch Bundesfreiwilligendienstleistende für das kommende Schuljahr 2018/2019

DEINE AUFGABEN

  • Inhaltliche und organisatorische Unterstützung der Lernzeiten (Hausaufgabenbetreuung)
  • Freizeitgestaltung mit den Schülern im Internatsalltag: z.B. Sport, Musik, etwas Kreatives…
  • Planung und Durchführung von pädagogischen Angeboten (begleitet und unbegleitet)
  • Fahrdienste mit dem internatseigenen Fahrzeug
  • Unterstützung der Bürotätigkeiten im Erzieherbüro (Postverteilung, Listen führen, Aushänge)
  • Betreuung der Internatsschülerinnen und Internatsschüler bei den Mahlzeiten

DEIN PROFIL

  • Du möchtest soziale Berufsfelder kennen lernen und Deine persönliche Eignung ausprobieren, bevor Du dich für einen Beruf entscheidest
  • Du möchtest helfen und dich engagieren
  • Du möchtest Wartezeiten vor Beginn einer Berufsausbildung oder eines Studiums sinnvoll überbrücken
  • Du möchtest Einblicke in ein vielseitiges und abwechslungsreiches Aufgabengebiet bekommen

UNSER ANGEBOT

  • Ein attraktiver und anspruchsvoller Arbeitsplatz innerhalb eines freundlichen und aufgeschlossenen Teams in einer traumhaften Landschaft
  • Eine internationale und aufgeschlossene Internatsgemeinschaft
  • Eigene Wohnmöglichkeit für die Bundesfreiwilligendienstleistenden auf dem Gelände
  • Verpflegung wird von uns zur Verfügung gestellt
  • Ein Fahrsicherheitstraining ist inbegriffen
  • „Taschengeld“ von 380 Euro
  • Attraktives Kultur- und Freizeitangebot im Münsterland

ERFAHRUNGSBERICHTE

Während meiner Schulzeit und besonders in der Oberstufe haben sich meine Vorstellungen und Pläne für die Zeit nach dem Abitur und für den anschließenden Beruf immer wieder geändert. Mir war relativ früh klar, dass ich erstmal Erfahrungen sammeln und mich selber finden musste, um eine Entscheidung treffen zu können. Ich habe schon immer gerne mit Kindern und Jugendlichen gearbeitet und wollte etwas kennenlernen, das nicht jeder Mensch einmal erlebt. Seit einem guten halben Jahr absolviere ich nun meinen Bundesfreiwilligendienst im Internat „Schloss Loburg“ und bin immer noch sehr froh über diese Entscheidung.

Die Loburg ist ein internationales Internat, in dem Schülerinnen und Schüler aus 19 verschiedenen Nationen gemeinsam leben und lernen. Die Jungen und Mädchen besuchen das Gymnasium oder die eigene Sprachenschule auf dem Loburger Gelände oder aber eine Sekundarschule im Dorf. Untergebracht sind sie in vier unterschiedlichen Häusern: Neben „meinem“ Haus, dem sogenannten Kleine-Jungen-Haus, gibt es ein Haus für die großen Jungen, die kleinen Mädchen und die großen Mädchen. In den „großen“ Häusern wohnen die Schüler bzw. Schülerinnen der Oberstufe zusammen, in den „kleinen“ Häusern die der Unter- und Mittelstufe.

Jedem Haus ist im Idealfall ein BuFDi oder ein FSJler zugeteilt. Ich arbeite grundsätzlich nur bei den kleinen Jungen, habe aber durch die gemeinsamen Mahlzeiten, Krankheitsvertretungen und hausübergreifende Unternehmungen auch die anderen Häuser sehr schnell kennengelernt.

Zu Beginn des Jahres hatte ich einen großen Respekt davor, mich in eine bereits bestehende Gruppe von über 25 Jungen, die mitten in der Entwicklung stecken, nicht selten aus dem Ausland zur Loburg kommen und teilweise genauso alt sind wir ich, zurecht zu finden. Im Nachhinein hätte ich mir diese Sorgen nicht machen müssen. Die Jungen und das Team haben mich super aufgenommen und ich konnte schon relativ schnell und ohne große Schwierigkeiten meine Rolle als große Ersatzschwester einnehmen. Natürlich werden am Anfang Grenzen ausgetestet und nicht immer wird der einfachste Weg gewählt, aber ich habe wirklich Glück mit meinem Haus und konnte an den Herausforderungen bisher nur wachsen.

Meine Aufgaben im Internat sind sehr abwechslungsreich und am Anfang eines Tages nicht immer absehbar. Zu den festen, planbaren Aufgaben eines BuFDis an der Loburg gehören zum Beispiel Bullifahrten, Lerngruppen, die Betreuung der Freizeit-Ags, das Auffüllen der Getränke-, Obst- und Keksvorräte und die Mahlzeiten. Des Weiteren sind wir Ansprechpartner für die Schüler, gestalten mit Ihnen die Freizeit übernehmen Aufgaben für die Mitarbeiter und springen da ein, wo Hilfe gebraucht wird. Die Tage unter der Woche sind stark strukturiert durch Schule, Lerngruppen, Nachhilfe, Sprachförderung, feste Mahlzeiten, Freizeit-AGs und weitere wöchentliche Termine. Da bleibt nicht viel Zeit für gemeinsame Aktionen. Die Schüler bleiben allerdings alle 14 Tage auch über das Wochenende im Internat. Diese Zeit, fast ohne Verpflichtungen und Termine, nutzen wir gerne für größere Unternehmungen und Pläne.

Im Kino,  beim Schlittschuhfahren, im Schwimmbad, beim gemeinsamen Backen und beim gemütlichen Spiele- oder Filmabend mischen sich die Kulturen und wir BuFDis  selbst haben mindestens genauso viel Spaß wie die Schüler. Mir gefällt dieser Teil der Arbeit besonders gut, da ich mich hier wirklich einbringen, auf Wünsche der Schüler eingehen und die Jungen noch einmal ganz anders kennen lernen kann. Beinahe alles, was realisierbar ist, kann hier ermöglicht werden.

Es ist nicht immer einfach, alle Termine unter einen Hut zu bekommen, für alle Schüler da zu sein, niemanden zu vergessen, ihnen zuzuhören und vor allem die Geschichten nicht mit nach Hause zu nehmen. Aber was man an Mühe, Geduld und Zeit investiert, bekommt man von den Schülern und von den Kollegen mehrfach wieder zurück.  Wenn die Jungen mich abends nicht in den Feierabend gehen lassen wollen, wenn ich die gute-Nacht-Runde drehe und merke, wie sich mit jedem von ihnen ein kleines Ritual entwickelt hat, wenn mich ein Schüler bis über beide Ohren strahlend umarmt, weil er einen tollen Tag hatte, wenn mir ein Großer sein Herz ausschüttet, weil er mir vertraut, wenn die kleinen Jungs plötzlich freiwillig mithelfen, Wasserkisten zu schleppen, weil wir zusammen Spaß dabei haben oder wenn ich im Büro nicht mehr aufhören kann zu lachen – dann merke ich, dass es die anstrengenden Tage vollkommen wert sind.

Mir wurde zu Beginn des Jahres gesagt, an der Loburg würde es nie langweilig, und das hat sich genau so bestätigt. Ich kann jedem nur empfehlen, in diesem Internat seinen Bundesfreiwilligendienst zu machen. Ich würde es jederzeit wieder machen und freue mich auf meine restliche Zeit auf der Loburg.

Frederike Münch

Manchen Leuten fällt es leicht, sich früh für einen Beruf und somit für einen Weg nach der Schule zu entscheiden. Ich gehöre nicht zu diesen Menschen. Zwar war mir immer bewusst, dass ich in meinem Alltag mit vielerlei Arten von Menschen Kontakt haben wollte, aber in welchem Beruf ich das haben möchte, ist mir selbst heute noch nicht ganz klar.

Somit betrachtete ich in der Abiturphase und somit kurz vor meinem BuFDi, dieses Jahr als gute Orientierung für meinen späteren Berufsweg und gleichzeitig als angenehme Abwechslung zum alltäglichen Bankdrücken in der Schule.

Ich bewarb mich an dem Internat „Die Loburg“, da es mich interessierte, den Alltag von Kindern und Teenagern zu begleiten, die in einer ähnlichen Situation waren, wie ich in den letzten 12 Jahren. Das Besondere an der Loburg ist zudem noch, dass viele ausländische Schüler das Internat besuchen, um gleichzeitig ein Sprachenjahr in dem Sprachinstitut zu absolvieren. Somit ist die Schülerschaft kulturell gemischt, was das Zusammenleben bereichert und interessanter macht.

Als ich dann vor einem Jahr meinen Probearbeitstag hatte, fiel mir direkt auf, wie familiär es hier ist. Ich arbeitete an diesem Tag ausschließlich in dem Haus der kleinen Mädchen. „Meine“ kleinen Mädchen, wie ich heute gerne sage, sind zwischen 12 und 18 Jahren und besuchen ausschließlich die Sekundarstufe 1.

Außerdem gibt es noch drei weitere Häuser: Das Haus der kleinen Jungs, das Haus der großen Jungs und das Haus der großen Mädchen. Jedes dieser Häuser ist mit mindestens zwei ausgebildeten Erziehern, Sozialarbeitern oder Sozialpädagogen ausgestattet. Das Kollegium ist sehr bunt gemischt, so dass für jedes Kind eine Person da ist, mit der es ihm möglich ist, über die Probleme des Alltags zu reden.
So, wie ihr jetzt schon vermuten könnt, arbeite ich in meinem BFD ausschließlich bei den kleinen Mädchen. Damit das aber nicht ungerecht ist, hat natürlich jedes andere Haus nach Möglichkeit auch einen BFDler oder Praktikanten, der die Erzieher unterstützt.

Aber warum sind wir nicht ausgebildete, gerade mal ein paar Jahre ältere, Halbstarke eigentlich so wichtig für diese Einrichtung? Auf der einen Seite sorgen wir natürlich dafür, dass der Keks- und Obstvorrat im Haus stets gedeckt ist. Auf der anderen Seite nehmen wir die Rolle einer älteren Schwester oder eines älteren Bruders ein. „Meine“ Mädels kommen zu mir, wenn ein Lehrer mal wieder unfair war oder man Streit mit der besten Freundin hat. Da ich selber noch nicht so lange aus diesem Alter raus bin, bin ich einfach näher an diesen „kleinen“ Problemen dran, als die Erzieher. Man hat als BFDler den Job, auch mal ein Auge für sie zuzudrücken und den Kindern einfach zu helfen, dieses Internat als ein Zuhause anzusehen.

Das Schöne an der Loburg ist, dass man selbst als BuFDi ein gleichgestelltes Mitglied des Teams ist. Man ist nicht weniger wert, nur weil man nicht ausgebildet ist. Ich glaube, das ist etwas ziemlich Besonderes, was man nicht unterschätzen darf.

Jetzt ist mehr als ein halbes Jahr um und ich hab schon viel gelernt. Ich hab das Gefühl, dass ich durch diesen Job viel Verantwortung gelernt habe und sehr erwachsen geworden bin.

Zuletzt würde ich gerne noch beschreiben, warum ich hier so gerne arbeite. Ein Tag hier ist voll von Albernheiten, Streitereien und Diskussionen, wer jetzt mit dem Ärgern angefangen hat oder wer den letzten Keks gegessen hat. Wenn ich nach Hause komme, haben mich die 23 Mädels echt geschafft, aber man bekommt im Gegensatz viel zurück.

Wenn Koreanerinnen Schokolade mit dir teilen, die ihre Eltern ihnen extra aus der fernen Heimat geschickt haben, die Kleinen dich im Schlafanzug anbetteln, dich ins Bett zu bringen oder ein Kind mit einer guten Note ins Büro kommt, weil man mit ihm zusammen gelernt hat, dann klingt das nur nach Kleinigkeiten. Für mich sind das jedoch Kleinigkeiten, auf die ich dieses Jahr auf keinen Fall hätte verzichten wollen.

Somit kann ich Jedem nur empfehlen, ein BFD oder FSJ an der Loburg zu machen. Es ist mit Abstand das Beste, was ich dieses Jahr hätte machen können!

Friederike Haverkamp